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Von Ontroerend Goed

IN ENGLISCHER SPRACHE

Kreisförmig angeordnete Spieltische. In der Mitte die Börsenaufsicht, die im Laufe der Vorstellung akribisch Gewinne und Verluste notieren wird. Pro Tisch ein Croupier bzw. eine Croupière, der/die jeweiligen Spielerinnen und Spieler zu Privatbankiers ernennt und als erstes nach vorhandenem Bargeld fragt, um Münzen und Scheine in bunte Jetons zu tauschen (keine Sorge, anders als bei Glücksspiel und Aktienhandel in der wirklichen Welt bekommt man seinen Einsatz am Ende unverändert zurück).

£¥€$ versetzt das Publikum in ein interaktives Kasino der internationalen Finanzwirtschaft: jeder Tisch steht für einen fiktiven Staat, dessen ökonomisches Kapital vom Publikum immer wieder neu erwürfelt wird. Wer setzt wie viel? Wessen Bank startet mit welchem Kapital? Wie lässt sich aus Nichts Gewinn machen? Es darf gezockt werden. Der Markt ist offen. Die Logik des Spiels folgt kapitalistischen Regeln und ist folglich auf Gewinnmaximierung aus – was aber, wenn die Würfel nicht so fallen, wie sie sollten? Kein Problem: neues Spiel, neues Glück. Der Croupier hat frisches Geld. Noch mal, noch mehr, mehr Kredite, mehr Schuldscheine, immer weiter und weiter, bis zum Crash. Welchen Tisch wird es treffen?

Das belgische Performance-Kollektiv Ontroerend Goed macht aus dem Theaterraum einen Handelsraum, in welchem sich ökonomische Spekulationen in ein verführerisches Spiel mit und um Geld verwandeln. Die Komplexität der Transaktionen steigert sich Schritt für Schritt, dabei bleiben die Mechanismen der internationalen Finanzmärkte für Laien immer zumindest ansatzweise verstehbar. Dass die Gesetze der Geldwirtschaft in einer so spannenden wie unterhaltsamen Spielshow unmittelbar erfahrbar werden, hat die Jury von der Produktion überzeugt. Die Verbindung aus Performance und Spiel funktioniert ungewöhnlich gut, dies liegt nicht zuletzt an den charmanten und sachkompetenten Croupiers, die nie um eine Antwort verlegen sind. Auch sprachliche Stolperstellen – die Vorstellung findet auf Englisch statt – werden gemeinsam mit den Gästen locker umschifft. Da die Produktion hervorragend recherchiert ist, steckt im Titel Provokation und Mahnung zugleich, so lässt sich £¥€$ nicht als Reihung von Währungen lesen – Pfund, Yen, Euro und Dollar –, sondern auch als „Lies“ (Lügen) oder „Eyes“ (Augen). Entscheiden Sie selbst. Faites vous jeux!

Ab 16 Jahren

Regie Alexander Devriendt Script Joeri Smet, Angelo Tijssens, Karolien De Bleser, Alexander Devriendt & cast Text Joeri Smet Mit Joeri Smet, Angelo Tijssens, Karolien De Bleser, Samir Veen, Hannah Boer, Aurélie Lannoy, Joeri Heegstra, Britt Bakker, Charlotte De Bruyne, Bastiaan Vandendriessche, Eleonore Van Godtsenhoven, Robin Keyaert, Max Wind, Sjef van Schie, Aaron J Gordon Technische Unterstützung Babette Poncelet, Iben Stalpaert, Joyce Rijpert (Hospitanz) Kostüme Astrid Peeters Musik Johannes Genard Bühne vormen & Nick Mattan Dramaturgie Koba Ryckewaert, Zach Hatch, Julie Behaegel (Hospitanz) Produktionsassistenz Charlotte Nyota Bischop (Hospitanz) Produzent David Bauwens Tourplanung Karen Van Ginderachter Finanzdirektor Wim Smet Koproduktion Vooruit Kunstencentrum, Ghent (BE) Theatre Royal, Plymouth (UK) Richard Jordan Productions (UK) Dank an Toneelacademie Maastricht (NL), Khalid Koujili, Maria Dafneros, Miriam Matthys, Tamara Searle, Jeffrey Caen, Ruud Vanderheyden, Bram Billiet, Thomas Dhanens, Bo Marlijnen, Louiza Vande Woestyne Mit Unterstützung der Flämischen Gemeinschaft, der Provinz Ostflandern und der Stadt Gent