Who Moves?! – Eine Performative Montage der Beweggründe

Von und mit Swoosh Lieu

IN ENGLISCHER UND DEUTSCHER SPRACHE

Das Publikum betritt einen dunklen und vermeintlich leeren Raum, in dem nach und nach über Lautsprecher Stimmen von Frauen* zu hören sind. Mal nacheinander, mal geloopt und mal übereinander gelegt erzählen sie Geschichten, Fakten und Daten zu Flucht und Migration. Das Erzählte wird zitatartig und scheinbar willkürlich auf den Boden des Raumes projiziert, so dass die Zuschauer*innen aufmerksam das Projizierte verfolgen müssen, um ja nichts zu verpassen. Nach scheinbaren Wiederholungen der Geschichten und der Geschichtenerzähler*innen, wird der Raum erhellt und umgebaut. Bänke und Tische werden aufgestellt, an dem das Publikum Platz nehmen soll.

Auf den Tischen werden weiße Schablonen verteilt, deren Einsatz dem Publikum erst nach und nach klar werden. Die Stimmen der Frauen*  werden wieder lauter. Nun werden die Stimmen durch von oben auf die Tische projizierte Zitate und Bilder begleitet, die mal kurz, mal lang, mal übereinander liegend und mal ganz weit auseinander eingeblendet werden. Aber immer bleibt das Projizierte verschwommen. Es ist eine Art Auftrag an der*die Zuschauer*innen, diese – allein oder in Zusammenarbeit – sichtbar zu machen, auch wenn es fast unmöglich scheint, dem Gehörten und dem Gesehen gerecht zu werden. Nach und nach lässt sich wie in einem Puzzle die gehörten Stimmen mit den Bildern und Zitaten zusammensetzen.

Am Ende der Performance erhält das Publikum die Möglichkeit ermöglicht, die gehörten und gesehenen Geschichten der Frauen* an den Wänden des Theaterraumes im gesamten Zusammenhang nachzulesen.

* Die Schreibweise basiert auf den Vorgaben der Künstler/innen: Das Sternchen  soll die Geschlechterkategorie als soziale Konstruktion markieren.

Das feministische Performance Kollektiv Swoosh Lieu hat eine Theaterarbeit geschaffen, bei dem gerade durch das gewählte Format und die eingesetzten ästhetischen Mittel das Politische spürbar werden. In „Who moves?!“ nehmen sich die Performer*innen explizit zurück, um Raum für subalterne und unsichtbar gemachte Stimmen und Geschichten zu schaffen. Gleichzeitig wird eine theatrale Haltung eingenommen, bei dem die eigenen Privilegien hinterfragt und über Möglichkeiten des Allyship (Verbündete) gegen intersektionelle Diskrimierung und Marginalisierung nachgedacht werden. Und diese Haltungen werden auch für die Zuschauer*innen zugänglich gemacht. So eröffnet „Who moves?!“ einen nachhaltig diskursiven und interaktiven Raum, in dem Flucht und Migration im sozialen, politischen und kulturellen Kontext verhandelt werden.

Von und mit Swoosh Lieu Konzept, Licht Johanna Castell Konzept, Sound Katharina Pelosi Konzept, Video Rosa Wernecke Raum: Lani Tran-Duc Dramaturgie Stawrula Panagiotaki Technisch-künstlerische Mitarbeit Johanna Seitz Produktionsleitung Greta Granderath Assistenz und Übersetzungen Caroline Froelich Bühnenbildassistenz Milena Wichert Bühnenarbeiterinnen Johanna Castell, Katharina Pelosi, Rosa Wernecke, Johanna Seitz, Greta Granderath, Caroline Froelich, Milena Wichert, Hanke Wilsmann Eine Produktion von Swoosh Lieu in Koproduktion mit dem Künstlerhaus Mousonturm Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main, Rudolf Augstein Stiftung, Gerda-Weiler-Stiftung, Naspa-Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung durch Kampnagel Hamburg.

Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstützung durch pappCube. Geprobt im Z. Zentrum für Proben und Forschung Frankfurt.