All about nothing – Ein Stück über Kinderarmut

VON PULK FIKTION

IN DEUTSCHER SPRACHE / IN GERMAN
AB 6. KLASSE/ APPROPRIATE FOR CLASSES FROM 6TH GRADE

An ihrem 21. Geburtstag denkt eine junge Frau an ihre vorherigen Wiegenfeste zurück und erzählt von ihrer Kindheit, die geprägt war von Armut und Entbehrungen. Die Vielzahl der einzelnen Geschichten verdichtet sich zu einem Kaleidoskop, das deutlich macht, was es für Kinder und Jugendliche bedeutet, in einer nach materiellem Wohlstand strebenden Gesellschaft arm zu sein. Mit 18 ist es der Führerschein, den man sich nicht leisten kann, mit 14 sind es Shoppingtouren mit Freund/innen, Kinobesuche, ein eigenes Zimmer oder Ferien am Meer – allesamt Dinge, die für Söhne und Töchter aus wohlsituierten Familien selbstverständlich sind, für arme Kinder jedoch nicht.

Die Stückentwicklung basiert auf zahlreichen Interviews. In Armut lebende Kinder und Jugendliche berichten von ihren Alltagserfahrungen, ihren Strategien, die ständige Geldknappheit zu vertuschen, ihren Vorstellungen von der Zukunft und ihrem persönlichen Verhältnis zu Geld. Mit unterschiedlichen Mitteln wie Sprache, Tanz, Zeichnungen, Projektionen, Musik und nicht zuletzt den O-Tönen der Kinder und Jugendlichen selbst wird eine fiktive Armutsbiografie entworfen, die vielfältige Perspektiven eröffnet. Ohne Stigma oder Romantisierung wird die soziale Dimension von Kinderarmut sichtbar.

Mit „All about Nothing“ zeigt das Künstler/innenkollektiv pulk fiktion eindrücklich, dass manche Kinder von Anfang an keine Chance haben, sich aus dem Teufelskreis der Armut zu befreien. Es macht deutlich, dass dies nur selten ein individuelles, sondern ein strukturelles Pro-blem ist. Ohne mahnenden Zeigefinger sensibilisiert es die Zuschauer/innen für die Situation der Betroffenen und schafft eine Öffentlichkeit für die Perspektive von Kindern und Jugendlichen, die in Armut leben. Das sind in Deutschland aktuell rund 2,05 Millionen Mädchen und Jungen. Nahezu jedes siebte Kind.


On the occasion of her twenty-first birthday, a young woman remembers her previous birthdays and talks about her childhood, which was marked by poverty and hardship. A multitude of individual stories is condensed into a kaleidoscope that shows what it means for children and adolescents to be poor in a capitalist society. At eighteen, it’s the driver’s license you can’t afford, while at fourteen it’s shopping trips with friends, visits to the cinema, an own room or holidays by the sea. All these things are taken for granted by kids from well-off families, but not by poor children.

The development of the play is based on numerous interviews, in which children and young people living in poverty talk about their daily experiences and strategies to cover up their constant shortage of cash, their visions of the future and their personal relationship to money. Spoken word, dance, drawings, projections, music and voice-recordings of children and adolescents are woven together into a fictitious biography of poverty, told from a variety of perspectives. Without romanticising or attaching any stigma, pulk fiktion throws light on the social dimension of child poverty. Associative and poetic images are shown next to painfully real ones.

With “All about Nothing”, the artist collective pulk fiction impressively shows that reality is often very different, and that from the start of their lives, some children have no opportunity to break free from the vicious cycle of poverty. The piece makes it clear that poverty is rarely an individual, but rather a structural problem. Without raising a wagging finger, it sensitises the audience to the situation of those affected by child poverty and creates a public platform for the perspective of the children and young people involved. In Germany, the figure stands at 2.05 million girls and boys, which means almost every seventh child.


Mit / With
Norman Grotegut, Elisa Hofmann, Manuela Neudegger, Sebastian Schlemminger

Konzept / Concept pulk fiktion Regie / Director Hannah Biedermann und Eva von Schweinitz Ausstattung / Set Stephanie Zurstegge Choreografie / Choreography Elisa Hofmann Sounddesign und computergesteuerte Elemente / Sound design and computer-controlled elements Sebastian Schlemminger Dramaturgie / NRW Stipendium /Dramaturgy/ NRW Scholarship Carina Eberle Produktion / Production Zwei Eulen – Büro für Kulturkonzepte Produktionsleitung Gastspiele /  Production management of guest performances Esther Schneider Eine Koproduktion von / A co-production of pulk fiktion mit dem FFT Düsseldorf und dem Theater Bonn In Kooperation mit / In cooperation with dem Freien Werkstatt Theater Köln Gefördert durch / Funded by Stadt Köln, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und Fonds Darstellende Künste / the City of Cologne, the Ministry for Family, Children, Youth Culture and Sport of the State of North-Rhine Westphalia and the Fonds Darstellende Künste

Die Münchner Aufführungen von „All About Nothing – Ein Stück über Kinderarmut“ werden unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

 

 

 

 

Tags Armut Prekariat, Besitz Reichtum Privilegien, Theater