Rahmenprogramm

Das Gastspielprogramm des Festivals Politik im Freien Theater wird von einem umfangreichen Begleitprogramm aus unterschiedlichsten Elementen und Veranstaltungsformaten flankiert. Mit einer bunten, ausgewogenen und innovativen Angebotspalette werden sowohl ein theateraffines Publikum adressiert als auch das Publikum von politischen Trägern, Vereinen, Organisationen, NGOs, Universitäten, Museen, Bibliotheken und außerschulischen Bildungseinrichtungen. Auch politik- und theaterferne Personen(gruppen) werden gezielt angesprochen – im Rahmen der Informationsvermittlung oder auch mit passgenauen Formaten. Die politischen und künstlerischen Themen des Festivals werden mit den besonderen Interessen und Bedarfen spezifischer Personengruppen kombiniert. Alle Formate werden in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteur/innen aus München und der Region konzipiert, die damit eine aktive Rolle bei der Entwicklung und Gestaltung des Rahmenprogramms einnehmen. In Gesprächen, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Ausstellungen, Filmvorführungen, Workshops, Konzerten und Partys, aber auch mit künstlerischen Interventionen, Science-Slams oder Lecture-Performances wird das Thema „reich“ in seinen unterschiedlichen Facetten beleuchtet.

Beteiligt sind die Ludwig-Maximilians-Universität München, VHS München, Literaturhaus München, Muffatwerk, Goethe-Institut, DOK.fest München, UNDERDOX, KulturRaum München e.V., BISS – Bürger in sozialen Schwierigkeiten, Evangelische Akademie Tutzing, Monokultur e.V, Abtei St. Bonifaz, Universität Salzburg, IETM 2018 MUNICH (international network for contemporary performing arts), Fonds Darstellende Künste, Dramaturgische Gesellschaft, Internationales Theaterinstitut, Bundesverband Freie Darstellende Künste u.a.m. Das Programm wird bis zum Sommer 2018 entwickelt und im September über die Website des Festivals und das Programmheft veröffentlicht. Um einen Vorgeschmack zu geben, kann bereits auf folgende Veranstaltungen hingewiesen werden:


Perspektiven
Interdisziplinäre Diskussionsreihe
05. bis 09. November 2018, jeweils 1718.30 Uhr

In einer für das Festival eigens konzipierten Ringvorlesung der Ludwig-Maximilians-Universität werden relevante Aspekte des Festivalthemas „reich“ an wechselnden Orten in München interdisziplinär beleuchtet. Hierfür kooperieren die Lehrstühle Soziologie, Ethnologie, Europäische Ethnologie, Theaterwissenschaft, Germanistik, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft. Die genauen Themenstellungen sind der Website und dem Programmheft des Festivals zu entnehmen.

05. November 2018, Heppel & Ettlich Prof. Irene Götz (Institut für Europäische Ethnologie) und Prof. Stephan Lessenich (Institut für Soziologie)
06. November 2018, Studiobühne der Theaterwissenschaft der LMU München Prof. Christopher Balme (Institut für Theaterwissenschaft) und Prof. Magnus Treiber (Institut für Ethnologie)
07. November 2018, Ort wird noch bekannt gegeben Dr. Bartek Pytlas (Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Integration)
08. November 2018, Ort wird noch bekannt gegeben Prof. Uwe Sunde (Seminar für Bevölkerungsökonomik)
09. November 2018, Pathos München Prof. Paula-Irene Villa (Institut für Soziologie) und Prof. Annette Keck (Institut für Deutsche Philologie)


Es reicht. Wie viel Haben braucht das Sein?
Thementag, 10. November 2018, 15 – 18 Uhr, Bildungszentrum Einstein 28

Mein Haus, mein Auto, mein Pferd: Was brauchen wir, um glücklich zu sein? Und umgekehrt: Wann fallen uns die Dinge zur Last? Für die Umwelt wäre Verzicht ein Gewinn. Wie aber lebt es sich mit „weniger“? Ist das überhaupt erstrebenswert? Die Münchner Volkshochschule und das Netzwerk Klimaherbst e.V. laden ein zu einem Nachmittag mit Denkanstößen und praktischen Erfahrungen aus den Bereichen Wohnen, Mobilität, Konsum und Ernährung. Mit dabei sind prominente Gäste wie der Psychoanalytiker und Autor Wolfgang Schmidbauer und die Journalistin und Autorin Kathrin Hartmann. Sie eröffnen den Thementag mit Statements zu psychologischen und politischen Aspekten des Habens und Verzichtens. Darüber hinaus gibt es Diskussionen und thematische Workshops, die zum Nachdenken anregen und inspirieren.


Mit Armut spielt man nicht!
9.-10. November 2018 / Evangelische Akademie Tutzing

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf – gerade in einer Stadt wie München. Am Beispiel des Theaters – ein meist eher gut betuchtes Publikum trifft auf SchauspielerInnen, die oft in prekären Verhältnissen leben – wird dies besonders deutlich. Auf unserer Tagung erkunden wir in Gespräch und Diskussion mit Theater-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaft sowie mit Kunst und Politik folgende Fragen: Wie wurden in der Geschichte des Theaters Themen wie Armut und soziale Ungerechtigkeit aufgegriffen? Wie lassen sie sich heute auf die Bühne bringen? Was kann Theater durch die Auseinandersetzung mit diesen Themen gesellschaftlich bewirken? Und welche Rolle spielt es für die KünstlerInnen, sich mit einem Thema zu beschäftigen, das sie oft genug selbst betrifft? Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing!

Weitere Informationen ab September 20018 unter: https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/mit-armut-spielt-man-nicht/

Making the Black box speak
Kunstaktion, 02. bis 04. November 2018, Muffatwerk

Im Zentrum der mehrtägigen Kunstaktion steht die Interaktion von Performing Arts, Medienkunst und politischem Happening. Ein Netzwerk von internationalen Künstler/innen, Wissenschaftler/innen und Aktivist/innen untersucht, welche enormen Spaltungskräfte aktuell auf die Gesellschaft einwirken und wie es um den Kern von gesellschaftlichem Konsens bestellt ist. Hinterfragt wird, welche neuen Fusionen es braucht, um die Gesellschaft friedensfähig zu erhalten und eine Spaltung zu verhindern. Die Karten des Vermögens werden heute neu gemischt. Besitz und Verwertung von Daten begründen neue Vermögen, Algorithmen und Automatisierung dringen tief in gesellschaftliche Prozesse ein. In dieser neuen Form des Informationskapitalismus hat kritisches Denken kaum noch Platz. Spannend wird sein, welche Form von Widerstand die Stimmen der Black Box gegen diesen Technokapitalismus artikulieren. Neue Lebens- und Überlebensstrategien werden erkundet. Besucher/innen können partizipativ an den Prozessen teilnehmen.


Münchner Schichten – Eine Theaterserie

Drei Regisseur/innen und acht Autor/innen der Münchner Freien Szene entwickeln neun Episoden der Theaterserie „Münchner Schichten“. Jede Episode hat ihren eigenen Fokus auf einen spezifischen sozialen und politischen Aspekt des Münchner Stadtlebens und wird von einer/m anderen Autor/in verfasst. Auch Ensemble, Regie und Inhalt entwickeln sich Folge für Folge weiter. Aufgeführt wird site-specific, jeder Abend spielt an einem anderen aussagekräftigen Ort der Stadt. Die erste Folge der „Münchner Schichten“ läuft im Rahmen von Politik im Freien Theater, weitere Episoden folgen bis April 2019.


Filmprogramm
01. bis 11. November 2018, Neues Maxim, City Kinos / Atelier und Carl-Amery-Saal im Gasteig

Reichtum und Armut prägen in vielen Facetten das Leben – und auch viele Filme. Begleitend zum Theaterfestival wird auch ein Programm mit bewegten Bildern präsentiert. Das internationale Festival UNDERDOX (Leitung: Dunja Bialas) und das traditionsreiche DOK.fest München (Leitung: Daniel Sponsel, Adele Kohout) stellen, gemeinsam mit dem Koordinator des Filmprogramms Alexander Schwarz, acht Filme mit Münchner, deutschen und globalen Problemen und Perspektiven vor und diskutieren sie mit den Filmemacher/innen und Gästen. Mit dem Teufelskreis von ausgrenzenden Erfahrungen und Resignation, familiären Konfliktpotenzialen oder mit materieller Ausweglosigkeit setzen sich mehrere Werke auseinander, darunter der Dokumentarfilm „Familienleben“ (2018) von Rosa Hannah Ziegler. „The Florida Project“ (2017, Sean Baker) vereint Spielfilmunterhaltung und Sozialstudie. Die Münchner Regisseure Alexander Riedel und Wolfgang Ettlich sind mit dem dokumentarischen Spielfilm „Morgen das Leben“ (2010) und dem Dokumentarfilm „BISS und die Angst vorm Fliegen“ (2018) vertreten und beleuchten das Thema aus der lokalen Perspektive. Eva Mulvads dänisch-deutscher Dokumentarfilm „A Modern Man“ (2017) führt in die Luxusprobleme des Jetsets in Europa und die Zurschaustellung von Reichtum ein. Gegenentwürfe zur materiellen Fixierung finden wir beim Thema Bürgerarbeit in „Der große Irrtum“ (2012, Olaf Winkler, Dirk Heth). Der spanische Spielfilm „Der Geldkomplex – El complejo de dinero“ (2015, Juan Rodrigáñez) schlägt einen Bogen von der Münchner Gräfin Franziska zu Reventlow zu einer spanischen Landkommune. Mit „Februar“ (2018) von Marlena Molitor, Studentin an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, diskutiert DOK.education (Leitung: Maya Reichert) das Leben unter einer Münchner Brücke mit Jugendlichen und Schulklassen.

 

Angebote für Theaterinteressierte

Auch bundesweit agierende Institutionen wie das Goethe-Institut, die Dramaturgische Gesellschaft, der Fonds Darstellende Künste, das Internationale Theaterinstitut und der Bundesverband Freie Darstellende Künste, zu dessen Mitgliedern der Verband Freie Darstellende Künste Bayern gehört, werden beim 10. Festival Politik im Freien Theater zu Gast sein. Das Programm entnehmen Sie bitte der Website und dem Programmheft des Festivals.


Transkulturelle Bildungs- und Vermittlungsarbeit in Zeiten kultureller Globalisierung
Workshops, Keynotes, Werkstattgespräch, 01. bis 11. November 2018, mehrere Termine

Vielschichtige globale Transformationsprozesse (Migration, Digitalisierung, Ökonomisierung) haben großen Einfluss darauf, wie wir heute und zukünftig zusammenleben. Längst gibt es nicht mehr eine Kultur, sondern mehrere nebeneinander existierende Kulturen und Menschen, die in ihrer Biografie und Identität von den Übergängen zwischen verschiedenen Kulturen geprägt sind. Damit entstehen neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen für die kulturelle Bildungsarbeit in einer globalisierten Welt. Mit einem mehrteiligen Programmbeitrag wird das Goethe-Institut in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb aktuelle Entwicklungen der transkulturellen Bildungs- und Vermittlungsarbeit in Zeiten kultureller Globalisierung diskutieren. Welche Rolle kommt den Kultureinrichtungen angesichts komplexer Migrationsbewegungen, Digitalisierung und zunehmender Ökonomisierung aller Lebensbereiche als Aushandlungsraum für das kulturelle (Selbst-)Verständnis zu? Welche Kompetenzen sind nötig, um transkulturelle Praxis in der Bildung und Vermittlung deutscher Kultureinrichtungen, insbesondere des Theaters, voranzubringen?


Hauptsache es knallt
Über die Förderung von Aktionsformen in der Kunst oder künstlerischen Formaten in der Aktion
Kolloquium, 02. November 2018, 15 Uhr, HochX

Der Fonds Darstellende Künste veranstaltet jährlich ein Kolloquium, um mit Künstler/innen, Förder/innen und Aktiven der Theaterlandschaft Fragen der Fortentwicklung der freien Darstellenden Künste und deren strukturelle Rahmenbedingungen in Förderung, Kulturpolitik und freien Produktion zu erörtern. Anlässlich des Festivals Politik im Freien Theater und dem IETM 2018 MUNICH (international network for contemporary performing arts) lädt der Fonds Darstellende Künste nicht nur zum internen Austausch ein, sondern auch zu einem offenen Gespräch mit Künstler/innen u.a. vom Peng! Collective, Förder/innen wie der Kulturstiftung des Bundes (angefragt) und Aktiven aus der Kultur, um über Fragen der Förderung von aktionistischer Kunst zu sprechen und Handlungsempfehlungen für die Kulturpolitik sowie Förder/innen zu entwickeln.


Krise als Motor?
Theater zwischen Stillstand und Wandel
Tagung, 07. (9.30 bis ca. 18 Uhr) und 08. November 2018 (9.30 bis 13.30 Uhr), Studiobühne der Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München

Anfang 2018 hat die Forschergruppe „Krisengefüge der Künste“ ihre Arbeit an fünf deutschen Universitäten aufgenommen. Sie setzt sich aus Teilprojekten der Theater-, Sozial- und Politikwissenschaft sowie des Kulturmanagements zusammen und nimmt vor allem Veränderungen und Beharrungstendenzen im gegenwärtigen Theater in den Fokus. Folgende Panels sind für die Konferenz geplant: Change Agents, demografische Veränderungen, Wandel von Öffentlichkeit, Arbeitsprozesse und neue Formate.


Politisches Kuratieren
Symposium, 10. November 2018, Muffatwerk

An der Universität Salzburg – mit Modulen an der LMU München – findet seit 2017 der berufsbegleitende Universitätslehrgang „Kuratieren in den szenischen Künsten“ statt. Er bietet die Möglichkeit, kuratorische Qualifikationen zur fachlichen Analyse, Konzeption, Planung und Durchführung von Veranstaltungsprogrammen und -formaten im Tanz-, Theater- und Musiktheaterbereich zu erwerben. Der Lehrgang war europaweit der erste, der in die Grundlagen von Theorie, Methodik und Praxis des Kuratierens in den szenischen Künsten einführt, diese vertieft und das erworbene Wissen berufspraktisch anwendet. In Kooperation mit dem 10. Festival Politik im Freien Theater wird eine kuratorische Gruppenarbeit durchgeführt und in einer öffentlichen Abschlusspräsentation vorgestellt.

 

Angebot Für Studierende


Masterclass
01. bis 11. November 2018

Die Masterclass des Festivals beobachtet, diskutiert, kritisiert und probiert: 12 Leute, 11 Tage! Studierende zwischen 20 und 30 Jahren, die sich für politisches Theater, aber vor allem für die Schnittmenge zwischen kultureller und politischer Bildung interessieren, begleiten das Festival. Welche Rolle kann das Theater bei politischen Diskussionen um Reichtum und Armut spielen? Welche Formate und Inhalte sprechen ein möglichst diverses Publikum an und bringen Menschen aus verschiedenen Kontexten in einen Austausch?